#3 Eine solide Basis schaffen

Es spricht sich mehr und mehr herum: die Kulturstrategie Innsbruck 2030 ist in Arbeit. Derzeit laufen die Grundlagenarbeiten, bevor es ab April 2021 in eine mehrmonatige, breit angelegte Diskussions- und Workshop-Phase geht.

Thomas Philipp, der die Erhebungen und Analysen durchführt, erläutert:

„Für die Erstellung der Kulturstrategie Innsbruck 2030 ist es uns wichtig, dass die Diskussions- und Workshop-Phase nicht ‚von 0 auf 100‘ startet, sondern auf einer soliden Grundlage fußt. Dazu stellen wir beispielsweise dar, welche Einrichtungen und Initiativen im Kunst- und Kulturbereich in Innsbruck in welcher Weise aktiv sind, arbeiten aus bestehenden Strategiepapieren kulturpolitisch relevante Ziele und Maßnahmen heraus oder führen über 30 qualitative Interviews mit Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur sowie aus Schnittstellenbereichen.“

MMag. Thomas Philipp, Leiter des außeruniversitären Forschungsinstituts LIquA

Die Interviewpartner*innen wurden nach intensiver Diskussion im Projektteam ausgewählt. Dabei wurde auf verschiedene Kriterien geachtet, um die Vielfalt des Innsbrucker Kunst- und Kulturbereichs widerzuspiegeln. So sind verschiedene Organisationsformen, unterschiedliche künstlerische Sparten, traditionelle und zeitgenössische Zugänge zu Kunst und Kultur, verschiedene Phasen von der künstlerischen Produktion bis hin zur Vermittlung, Laien- und Profiarbeit und Schnittstellen wie Tourismus, Bildung oder Wirtschaft gleichermaßen abgedeckt.

Mit folgenden Personen wurden bereits Interviews geführt:

  • Monika Abendstein, Leiterin von bilding – Kunst- und Architekturschule für Kinder und Jugendliche
  • Kathrin Aste (gemeinsam mit Teresa Stillebacher), Leiterin des ./studio3 am Institut für experimentelle Architektur der Universität Innsbruck, Gründungspartnerin des Architekturbüros LAAC zt-gmbh, Präsidentin des aut. architektur und tirol, Mitglied im Kulturbeirat für Bildende Kunst und Architektur des Landes Tirol
  • Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums, Mitglied im Kulturbeirat für Volkskultur des Landes Tirol
  • Hannah Crepaz, Leiterin der Galerie St. Barbara in Hall, des Osterfestivals Tirol, des ORGELfests und von musik+, Vorstandsmitglied der TKI, Mitglied im Kulturbeirat für Kulturinitiativen des Landes Tirol
  • Isabel Gabbe, Leiterin des Departments für Musikpädagogik Innsbruck der Universität Mozarteum Salzburg
  • Karl Gostner, Obmann des Innsbruck Tourismus
  • Christoph Grud, Architekt, Mitgründer der Bäckerei – Kulturbackstube
  • Michael Haupt, Geschäftsführer der Initiative Minderheiten Tirol, Vorstandsmitglied der TKI, Obmann des Kulturvereins Inzing, Mitglied im Kulturbeirat für Kulturinitiativen des Landes Tirol
  • Tanja Helm, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin von Leokino und Cinematograph
  • Kurt Höretzeder, Selbständiger Grafik- und Kommunikationsdesigner, Mitinitiator von kreativland.tirol, Gründer von WEI SRAUM. Designforum Tirol
  • Paul Klumpner, Leiter der ISD Stadtteilarbeit, Stadtteilkoordination Reichenau
  • Wolfgang Laubichler, Direktor des Hauses der Musik Innsbruck
  • Frederik Lordick, Betreiber des Dachsbau, Mitglied der Innsbruck Club Commission
  • Peter Margreiter, Obmann des Tiroler Musikvereins und Zweigvereine, Fachgruppenleiter für Volksmusik am Tiroler Musikschulwerk, Leiter des Alpenländischen Volksmusikwettbewerbes Herma Haselsteiner-Preis, Moderator im ORF-Landesstudio Tirol, Mitglied im Kulturbeirat für Volkskultur des Landes Tirol
  • Magdalena Modler-El Abdaoui, Fachreferentin für interreligiösen und interkulturellen Dialog im Haus der Begegnung
  • Daniela Oberrauch, Pädagogische und organisatorische Leiterin von YA! Young acting, Vorstandsmitglied der IG Freie Theater
  • Efendi Onay, Pädagogischer Leiter des SOS-Kinderdorfs Biwak in Hall in Tirol, Obmann des Integrationsbüros Innsbruck, Leiter des „Es lebe die Welt“-Fests
  • Antonella Placheta, Selbständige Fremdenführerin und Kulturvermittlerin, Mitgründerin von KulturKinder, stv. Vorsitzende der Interessengemeinschaft Tiroler Fremdenführer (ITF), Berufsgruppensprecherin der Tiroler Fremdenführer in der Wirtschaftskammer Tirol
  • Norbert K. Pleifer, Programmverantwortlicher und Intendant des Treibhaus Innsbruck
  • Petra Poelzl, Künstlerische Leiterin und Geschäftsleiterin der Tiroler Künstler:innenschaft (Kunstpavillon & Neue Galerie)
  • David Prieth, Selbständiger Künstler, Geschäftsführer der p.m.k., Vorstandsmitglied der TKI und der IG Kultur Österreich, Mitglied von skin on marble und Kulturkollektiv Contrapunkt
  • Johannes Reitmeier, Geschäftsführender Intendant des Tiroler Landestheaters, Mitglied im Kulturbeirat für Literatur, Darstellende Kunst und Film des Landes Tirol
  • Elisabeth Rieder, Leiterin des Büros der Behindertenbeauftragten an der Universität Innsbruck, Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt Innsbruck
  • Margarete Ringler, Geschäftsführerin des Tiroler Bildungsforums – Verein für Kultur und Bildung, Vorsitzende der Erwachsenenbildung Tirol, Mitglied im Kulturbeirat für Erwachsenenbildung und Büchereiwesen des Landes Tirol
  • Veronika Sandbichler, Direktorin des Schlosses Ambras Innsbruck, Mitglied im Kulturbeirat für Denkmalpflege und Museumswesen des Landes Tirol
  • Thomas Schafferer, Präsident der IG Autorinnen Autoren Tirol, Obmann-Stellvertreter von Cognac & Biskotten
  • Bernhard Schlögl, Künstlerischer Leiter der Promenadenkonzerte
  • Elisabeth Schweeger, Künstlerische Direktorin und Geschäftsführerin der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg
  • Lukas Trentini, Mitglied im Geschäftsführungsteam von POJAT – Plattform Offene Jugendarbeit Tirol
  • Carmen Sulzenbacher, Leiterin des BRUX / Freies Theater Innsbruck, Vorstandsmitglied von Triebwerk7, Mitglied im Kulturbeirat für Literatur, Darstellende Kunst und Film des Landes Tirol
  • Ulrike Tanzer, Vizerektorin für Forschung an der Universität Innsbruck, Leiterin des Forschungsinstituts Brenner-Archiv, Mitglied im Kulturbeirat für Literatur, Darstellende Kunst und Film des Landes Tirol
  • Charlotte Trippolt, Geschäftsführerin des Freien Radio Innsbruck FREIRAD
  • Daniela Weiss-Schletterer, Künstlerische Leiterin des Hauses VIER UND EINZIG

Aliette Dörflinger, die u. a. für die Konzeption und das Hosting der Workshops zuständig ist, ergänzt:

„In der jetzigen Phase geht es uns darum, zentrale übergreifende Themen für die weitere kulturelle Entwicklung der Stadt Innsbruck herauszuarbeiten – Themen, die für viele Bereiche und Sparten von Bedeutung sind. Mit der Grundlagenarbeit, die im März veröffentlicht wird, geben wir einen Überblick über besonders wichtige Aspekte des Kunst- und Kulturbereichs in Innsbruck und schaffen damit die Grundlage für das Herzstück des Kulturstrategieprozesses: Die Diskussions- und Workshopphase. Bei den Workshops findet die zentrale Beteiligung statt, dort wird der Rahmen geschaffen, um mit allen Zielgruppen und interessierten Bürgerinnen über zukünftige Ziele und Maßnahmen im Innsbrucker Kunst- und Kulturbereich zu diskutieren.“

Mag.a Aliette Dörflinger, externe Prozessbegleiterin


Einen vertiefenden Einblick in Überlegungen zur Grundlagenarbeit liefert ein soeben erschienener Beitrag auf „Innsbruck informiert“: https://www.ibkinfo.at/kulturstrategie-grundlagen

#1 Kulturstadt Innsbruck: Gemeinsam die Zukunft entwickeln

Kunst und Kultur sind für alle da, die in Innsbruck leben, arbeiten oder verweilen. Sie prägen nicht nur das Image einer Stadt, sondern sind etwa auch für die Identität, die Standortattraktivität oder die Lebensqualität von herausragender Bedeutung. Im Dezember 2019 hat der Stadtsenat daher beschlossen, unter breiter öffentlicher Beteiligung eine Kulturstrategie für Innsbruck zu entwickeln, die Umsetzungsvorschläge für die nächsten zehn Jahre enthalten soll.

Die erste Phase wurde im Juni dieses Jahres gestartet. Am 16. Juli 2020 wurde der Prozess zur Erstellung der Kulturstrategie Innsbruck 2030 im Innsbrucker Gemeinderat vorgestellt.

Einen Live-Stream der Gemeinderatssitzung zum Nachsehen gibt es hier: youtube.com/watch?v=76h1ynoqhec, und die Pressemitteilung findet sich hier: innsbruck.gv.at/data.cfm?vpath=redaktion/ma_v/kultur/dokumente33

„Wir schaffen mit der Kulturstrategie eine Möglichkeit für alle, die sich beteiligen wollen, gemeinsam zu überlegen, wie wir unsere Stadt künftig als Kulturstadt gestalten wollen und stärken können. In diesem umfassenden Prozess wollen wir gemeinsam ausloten, mit welchen Maßnahmen wir alle dazu beitragen können, um unsere Vision umzusetzen. Wir bemerken, dass der Bedarf nach Austausch und nach der Entwicklung neuer Strategien im Kulturbereich gerade nach den vergangenen Monaten besonders groß ist. Der Kulturstrategie-Prozess kommt damit genau zur richtigen Zeit.“

Mag.a Uschi Schwarzl, Vizebürgermeisterin der Stadt Innsbruck

Bis März 2021 werden nun in einem ersten Schritt wissenschaftliche Grundlagenarbeiten durchgeführt. Ab April 2021 folgt dann eine mehrmonatige Diskussions- und Workshopphase zur kulturellen Zukunft von Innsbruck. Möglichst viele Akteurinnen und Akteure des Innsbrucker Kunst- und Kulturbereichs werden dabei zu insgesamt sechs Themen-Workshops persönlich eingeladen. Die Workshops stehen aber auch allen anderen Personen offen, die an der kulturellen Zukunft von Innsbruck interessiert sind. Daran anschließend findet die politische Feinabstimmung und Vermittlung der Kulturstrategie statt. Nach der geplanten Beschlussfassung im Innsbrucker Gemeinderat wird die Kulturstrategie im Mai 2022 auch öffentlich präsentiert. Um den Kulturstrategieprozess langfristig wirksam und anzulegen, folgen zwei weitere Phasen: die Umsetzung erster Maßnahmen (geplant ab Mitte 2022/Anfang 2023) und anschließend (ca. 2024) eine Evaluation und Berichterstattung im Gemeinderat mit dem Beschluss über die nächsten Schritte bis 2030.

Im Bild v. l. n. r.: Rita Hebenstreit (Kulturamt der Stadt Innsbruck), Aliette Dörflinger (externe Prozessbegleitung), Uschi Schwarzl (Vizebürgermeisterin und Kulturstadträtin) © Stadt Innsbruck/Giuliani

Fachlich begleitet wird der Prozess durch das Linzer Institut für qualitative Analysen (LIquA) unter der Leitung von MMag. Thomas Philipp in Kooperation mit Mag.a Aliette Dörflinger. Die strategische Steuerung erfolgt über ein Projektteam. Für die inhaltliche Unterstützung werden außerdem eine Arbeitsgruppe und ein Advisory Board eingerichtet.

„Wir sehen diesen gemeinsamen Prozess als Chance, die Kommunikation und den Austausch innerhalb der Kulturszene zwischen den unterschiedlichsten Akteurinnen und Akteuren auf neue Beine zu stellen. Transparenz ist uns dabei selbstverständlich besonders wichtig. Dazu haben wir mittlerweile eine Webseite eingerichtet, die unter anderem die Möglichkeit bietet, sich über den Prozess zu informieren und bei Interesse in einem Newsletter einzutragen. Verschiedene Ergebnisse, die über die nächsten Monate erarbeitet werden, können später hier auch kommentiert werden. Damit schaffen wir eine erste Grundlage für eine direkte Beteiligung der Bevölkerung.“

Dipl.-Kult.in Rita Hebenstreit, Referat Kulturentwicklung und Förderungen